Umrüsten auf Druckwasserpumpe

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Tauch- oder Druckwasserpumpe? Eine Glaubensfrage! In meinem Womo war eine Tauchpumpe mit Druckschalter eingebaut. Trotz Ausgleichbehälter neigte der Schalter zum Prellen, das Wasser zum pulsieren und ständige „Klack-Klack-Klack“ war einfach nur nervig.

Da ich ohnehin die Wassertankkapazität von 150L auf 250L anheben wollte bot es sich in dem Zusammenhang an auf eine Druckpumpe um zu rüsten. Hierbei will ich, wie so oft, keine Einbauanleitung geben sondern nur ein paar Anregungen und Tipps geben. Der Einbau an sich ist stark von der individuellen Situation im Wohnmobil abhängig.

Der große Vorteil von Druckpumpen ist der höhere Druck und damit die höhere Durchflussmenge bei entfernten Entnahmestellen. Tauchpumpen haben zwar häufig eine höhere Durchflussrate angegeben, erreichen diese jedoch nur frei laufend. Lange Leitungen und Abzweige reduzieren diese Durchflussmenge erheblich. Druckpumpen geben zwar eine nominell geringere Durchflussrate an, aufgrund des höheren möglichen Drucks erreichen Sie diese aber auch noch annähernd nach einigen Abzweigungen.

Der größte Nachteil von Druckpumpen ist die potenziell höhere Lautstärke. Wenn man jedoch Druckpumpe und Tauchpumpe nebeneinander stellt und Zuhause testweise laufen lässt stellt man schnell fest, dass beide Pumpen etwa gleich laut sind. Subjektiv ist das im Wohnmobil jedoch nicht der Fall! Die Ursache ist einfach. Tauchpumpen hängen im Tank. Das Wasser dämpft die Geräusche und Vibrationen der Pumpe werden nicht an die Umgebung übertragen. Die Druckpumpe wird außerhalb des Tanks installiert. Hier überträgt Sie die Vibrationen direkt auf den Untergrund, der dann als Resonanzkörper fungiert.

Das Problem lässt sich allerdings recht einfach umgehen. Zuerst muss man einen geeigneten Untergrund finden. Ich habe mit dem Smartphone und einer Vibrationsapp die potenziellen Einbauorte auf ihre Lautstärke hin getestet. Schränke und Truhen aus Holz sind bspw. sehr laut während der Gurtblock für die Sitze nahezu geräuschlos ist.  Anschließend habe ich eine Befestigung gebaut, die Schwingungen möglichst dämpft. Diese besteht aus einer Multiplexplatte die an die Pumpe geschraubt wird. Auf die Unterseite habe ich mit einer dicken Schicht Sikaflex eine ca. 10mm dicke Gummimatte geklebt. Diese gibt es bspw. zur Vibrationsdämpfung von Waschmaschinen. Anschließend habe ich diese Konstruktion ins Womo an den gewählten Untergrund geklebt. Den Anschluss an Tank und die Frischwasserrohre habe ich mit Schlauchleitungen realisiert. Auch das reduziert im vergleich zur festen Verrohrung die Geräuschkulisse.

Für den Anschluss an den Tank gibt es Tankdurchführungen im Fachhandel. Auf beiden Seiten der Durchführung ist ein Tülle, an die ein Wasserschlauch angeschlossen werden kann. Die Durchführung habe ich nicht am unteren Rand des Tanks befestigt sondern recht weit oben. Im Inneren des Tanks führt dann ein Wasserschlauch zum Boden. Durch diese Vorgehensweise ergeben sich zwei Vorteile. Zum einen ist die Durchführung selten unter der Wasserlinie und ist dadurch weniger Undichtigkeitgefährdet. Zum anderen lässt sich durch das Gefälle Richtung Pumpe der Schlauch vollständig entleeren – wichtig im Winter!

 

 

 

2 Kommentare

  1. Achso – noch ein kleiner Tipp: Den Filter habe ich mal zu 2/3 mit Wasser gefüllt und über Nacht ins Gefrierfach gelegt. Ist bei mir nicht kaputt gegangen. Also kleine Reste scheinen dem im Winter nichts aus zu machen.

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